Ein tropfender Einhebelmischer, ein Waschbecken mit Haarrissen in der Glasur oder einfach eine Kombination aus verchromtem Schwanenhals und Achtzigerjahre-Keramik: Der Tausch von Armatur und Waschtisch ist der Eingriff mit der größten optischen Wirkung pro investierter Stunde im Bad. Und er ist einer der wenigen Sanitäreingriffe, die ein geübter Laie zu Recht selbst erledigen darf, solange er an den Eckventilen aufhört.
Die Arbeit hat drei Risiken, und alle drei sind beherrschbar: eine undichte Verschraubung, ein Dübel in der falschen Wand und eine Keramik, die beim Anziehen der Mutter reißt. Diese Anleitung geht die Reihenfolge durch und sagt klar, wo die Eigenleistung endet.
Das Wichtigste in Kürze
- Vor allen Arbeiten die Eckventile schließen und die Leitung durch Öffnen der Armatur druckentlasten. Klemmt ein Eckventil, wird der Hauptabsperrhahn geschlossen.
- Der Tausch von Armatur, Waschtisch und Siphon hinter der Absperrarmatur ist Eigenleistung. Arbeiten am Hausanschluss, an der Steigleitung und am Zählerbereich sind Sache eines im Installateurverzeichnis des Versorgers eingetragenen Betriebs.
- Übliche Lochmaße: 35 mm Hahnloch bei Einlochbatterien, 150 mm Achsabstand bei Wandarmaturen, 180 bis 205 mm bei Dreiloch-Waschtischgarnituren.
- Flexschläuche in 3/8 Zoll verbinden Eckventil und Armatur. Sie werden nur handfest plus eine Viertelumdrehung angezogen, Dichtung nicht vergessen.
- Material für Armatur, Waschtisch, Siphon und Befestigung: Richtwert 150 bis 600 Euro, Montage durch den Fachbetrieb kommt mit 150 bis 400 Euro dazu.
Was du selbst darfst und wo der Installateur ran muss
Die Trinkwasserinstallation ist rechtlich kein Bastelbereich: Die Versorger verlangen, dass Arbeiten an der Anlage von einem eingetragenen Installationsunternehmen ausgeführt werden. Praktisch gilt eine klare Linie: Alles, was du ohne Eingriff in die feste Rohrleitung an einer vorhandenen Anschlussstelle wechseln kannst, ist Eigenleistung.
- Eigenleistung möglich: Armatur tauschen, Waschtisch tauschen, Siphon erneuern, Eckventil bei vorhandenem Gewindeanschluss wechseln, Flexschläuche ersetzen, WC-Sitz und Spülkasteninnenleben tauschen.
- Fachbetrieb: Änderungen an Rohrleitungen, Löten und Pressen, neue Anschlüsse setzen, Unterputz-Armaturen, alles im Bereich Wasserzähler und Steigleitung, Arbeiten an Gas- und Elektrogeräten wie Durchlauferhitzern.
- Mietwohnung: Ein Tausch gegen gleichwertige Teile ist meist unproblematisch, größere Änderungen brauchen die Zustimmung des Vermieters. Alte Teile aufbewahren.
Eine Sonderrolle spielen Unterputz-Armaturen. Sie sitzen in der Wand und der Anschluss erfolgt an einem Grundkörper, der oft gelötet oder gepresst ist. Ein reiner Wechsel der Oberbauteile, also Rosette, Hebel und Kartusche, ist bei passender Baureihe machbar. Sobald der Grundkörper getauscht werden muss, wird die Wand geöffnet und die Fliesenfläche neu abgedichtet, und das gehört in den Rahmen einer geplanten Badsanierung.
Material und Werkzeug
- Die neue Armatur, zum Beispiel ein Einhebelmischer für den Waschtisch* mit passender Schaftlänge. Hängt am Waschtisch ein druckloser Kleinspeicher (offener Warmwasserbereiter mit drei Anschlüssen), gehört dort zwingend eine Niederdruckarmatur hin, sonst steht der Speicher unter Leitungsdruck.
- Ein Waschbecken aus Keramik in 60 cm* oder der passende Waschtisch zum Unterschrank.
- Zwei Eckventile mit 1/2 Zoll Anschluss*, weil die alten meist nach Jahren schwergängig sind.
- Flexschläuche in 3/8 Zoll* in ausreichender Länge, nicht auf Zug verlegt.
- Dichtungshanf mit Dichtpaste* für kegelige Gewinde und PTFE-Dichtband* als Alternative bei feinen Gewinden.
- Eine Wasserpumpenzange in 250 mm*, ein Maulschlüsselsatz* und ein Beckenschlüssel* für die Mutter unter dem Becken.
- Ein Röhrensiphon aus Chrom* oder ein Raumspar-Siphon, wenn ein Unterschrank darunter steht.
- Ein Bohrhammer mit SDS-plus*, eine kurze Wasserwaage mit Magnet* und ein Leitungssucher*, damit du keine Leitung anbohrst.
- Transparentes Sanitärsilikon* für den Wandanschluss des Beckens.
Dübel und Befestigung je Wandtyp
Ein Waschtisch trägt im Betrieb leicht 40 Kilogramm, und Menschen stützen sich darauf ab. Die Befestigung ist deshalb kein Nebenpunkt. Entscheidend ist, was hinter der Fliese steckt. Bohre ein Probeloch und sieh dir das Bohrmehl an: grau und hart deutet auf Beton, rot auf Vollziegel, weiß und leicht auf Porenbeton, Hohlraum spürst du am plötzlichen Durchrutschen.
| Wandtyp | Befestigung | Hinweis |
|---|---|---|
| Beton | Stockschraube mit Nylondübel, 10 bis 12 mm | Hammerbohrer, Schlagbohren möglich |
| Vollziegel, Kalksandstein | Stockschraube mit Langdübel | Loch gut ausblasen, Steg nicht durchbohren |
| Hochlochziegel, Hohlblock | Injektionsmörtel mit Siebhülse | kein Spreizdübel, er zerdrückt die Kammern |
| Porenbeton | Porenbetondübel oder Verbundanker | drehend bohren, nicht schlagen |
| Trockenbauwand | Traverse im Ständerwerk oder Vorwandelement | Hohlraumdübel tragen einen Waschtisch nicht |
Bei Hohlloch- und Porenbetonwänden ist ein Injektionsmörtel mit Siebhülsen* die zuverlässige Lösung. In Trockenbauwänden ohne Verstärkung gibt es keine saubere Nachrüstung: Dort wird die Wand geöffnet oder ein Vorwandelement gesetzt. Wenn du eine Trennwand neu aufbaust, plane die Traverse gleich ein, mehr dazu unter Trockenbau: Wand einziehen.
Keramik reißt beim Anziehen: Alle Muttern an Keramikteilen werden handfest angezogen, danach höchstens eine Viertelumdrehung mit dem Schlüssel. Zwischen Mutter und Keramik gehört immer die beigelegte Kunststoff- oder Gummischeibe. Wer mit der Rohrzange nachhilft, hat später einen Haarriss, der erst Wochen danach undicht wird.
Schritt für Schritt
- Wasser absperren: Beide Eckventile schließen, Armatur öffnen und Restwasser ablaufen lassen. Eimer und Lappen bereitlegen.
- Alte Armatur lösen: Flexschläuche am Eckventil abschrauben, Befestigungsmutter unter dem Becken mit dem Beckenschlüssel lösen, Armatur nach oben herausziehen.
- Siphon abnehmen: Überwurfmuttern lösen, Siphon abnehmen und über dem Eimer entleeren. Das Abflussrohr in der Wand mit einem Lappen verstopfen, damit keine Gerüche hochkommen.
- Waschtisch abnehmen: Silikonfuge zur Wand aufschneiden, Muttern der Stockschrauben lösen, Becken zu zweit gerade nach vorn abheben. Ältere Becken sitzen oft zusätzlich im Silikonbett.
- Eckventile prüfen oder tauschen: Lassen sie sich nicht leicht drehen oder tropfen sie, jetzt erneuern. Dazu Hauptabsperrhahn schließen, die Leitung an der tiefsten Zapfstelle druckentlasten, altes Ventil herausdrehen, Gewinde reinigen, mit Hanf und Paste oder PTFE neu eindichten.
- Neue Bohrlöcher anlegen: Höhe anreißen, üblich sind rund 85 Zentimeter Oberkante Waschtisch, im Bad für Kinder niedriger. Waagerecht prüfen, Leitungssucher ansetzen, dann bohren und Stockschrauben setzen.
- Armatur am Becken vormontieren: Solange das Becken noch frei zugänglich ist, Armatur einsetzen, Dichtung ausrichten, festziehen und die Flexschläuche handfest einschrauben.
- Becken aufhängen: Becken auf die Stockschrauben setzen, Scheiben und Muttern montieren, waagerecht ausrichten und gleichmäßig anziehen.
- Siphon anschließen: Zuerst am Becken, dann in das Wandrohr. Das Tauchrohr muss ausreichend tief im Sperrwasser stehen. Dichtungen richtig herum einlegen und ohne Verspannung montieren.
- Schläuche anschließen: Flexschläuche an die Eckventile schrauben, Dichtung prüfen, in großzügigem Bogen verlegen, nie knicken oder unter Zug setzen.
- Dichtheitsprobe: Eckventile langsam öffnen, alle Verschraubungen mit trockenem Küchenpapier abtupfen. Dann Becken volllaufen lassen und in einem Zug ablaufen, dabei den Siphon beobachten. Nach einer Stunde und am nächsten Tag erneut prüfen.
- Fuge ziehen: Erst nach der Dichtheitsprobe den Wandanschluss mit Sanitärsilikon schließen, Vorgehen wie unter Silikonfugen erneuern.
Typische Fehler
- Flexschlauch zu stramm verlegt. Der Schlauch muss einen Bogen machen. Zug an der Verschraubung ist die häufigste Ursache für späteres Tropfen.
- Dichtung vergessen. Flachdichtungen liegen oft lose in der Verpackung. Ohne sie hilft auch kräftiges Anziehen nichts.
- Hanf auf zylindrische Gewinde gewickelt. Hanf gehört auf kegelige Gewinde. Bei Flachdichtungen und Überwurfmuttern dichtet die Dichtung, nicht das Gewinde.
- Siphon verspannt montiert. Wenn das Wandrohr nicht passt, hilft ein Zwischenstück, kein Gewaltbiegen. Verspannte Siphons reißen an den Muffen.
- Nur kurz nachgeschaut. Kleine Undichtigkeiten zeigen sich erst nach Stunden. Lege Papier unter die Verschraubungen und kontrolliere am nächsten Morgen.
- Höhe nach dem alten Becken übernommen. Passt die neue Keramik anders, sitzt die Silikonfuge plötzlich auf der alten Bohrung. Vorher trocken anhalten.
Kosten und Zeitaufwand
| Position | Richtwert 2026 | Hinweis |
|---|---|---|
| Waschtischarmatur | 40 bis 250 € | Markenkartusche erhöht die Lebensdauer |
| Waschtisch Keramik | 60 bis 300 € | Möbelwaschtische mit Unterschrank darüber |
| Eckventile, Schläuche, Siphon, Dübel | 35 bis 80 € | Kleinteile immer gleich mitkaufen |
| Werkzeug einmalig | 60 bis 180 € | Beckenschlüssel, Zange, Bohrhammer |
| Montage durch Fachbetrieb | 150 bis 400 € | abhängig von Anfahrt und Stundensatz |
Zeitlich ist ein reiner Armaturentausch in etwa einer Stunde erledigt, Armatur und Waschtisch zusammen brauchen einen halben Tag, weil Bohren, Ausrichten und Silikon dazukommen. Rechne bei alten Installationen Puffer ein: Festsitzende Muttern und ein Eckventil, das nicht mehr schließt, sind die klassischen Verzögerungen. Wer gleich mehrere Sanitärobjekte erneuert, sollte die Reihenfolge planen und gegebenenfalls Angebote vergleichen, dazu hilft der Ratgeber Handwerker finden und beauftragen.
Ein gepflegter, moderner Waschplatz ist ein kleiner, aber sichtbarer Beitrag zum Wert der Wohnung: Er kostet wenige hundert Euro und prägt den ersten Eindruck bei jeder Besichtigung stärker als vieles, was teurer ist.
Häufige Fragen (FAQ)
Passt jede Armatur auf jeden Waschtisch?
Nicht ganz. Entscheidend sind die Zahl der Hahnlöcher und ihr Abstand, die Beckentiefe und die Auslaufhöhe. Für Einlochbatterien ist ein Hahnloch von 35 Millimetern der Standard. Bei Dreiloch-Garnituren musst du den Achsabstand der vorhandenen Löcher messen, üblich sind 180 bis 205 Millimeter.
Kann ich ein Eckventil selbst tauschen?
Ja, wenn das Ventil in ein vorhandenes Gewinde geschraubt ist. Schließe dazu den Hauptabsperrhahn, drehe das alte Ventil heraus, reinige das Gewinde und dichte mit Hanf und Paste oder PTFE-Band neu ein. Sitzt der Anschluss dagegen in einem gelöteten oder gepressten Rohrende, gehört die Arbeit zum Fachbetrieb.
Warum tropft es nach der Montage noch leicht?
Meist ist eine Flachdichtung verrutscht, die Verschraubung steht unter Zug oder die Mutter ist zu fest angezogen, sodass die Dichtung eingedrückt wurde. Löse die Verbindung, prüfe Dichtung und Sitz und ziehe handfest plus eine Viertelumdrehung an. Hilft das nicht, tausche die Dichtung.
Was mache ich, wenn das Abflussrohr in der Wand nicht zum neuen Siphon passt?
Für die gängigen Durchmesser gibt es Übergangsstücke und Reduzierungen, dazu flexible Anschlussrohre für versetzte Abgänge. Wichtig ist, dass die Verbindung spannungsfrei sitzt. Flexrohre sollten kurz bleiben, weil sich in Wellungen Ablagerungen sammeln.
Brauche ich neue Fliesen, wenn das alte Becken breiter war?
Nicht unbedingt. Oft lässt sich die Silikonfuge so setzen, dass die alten Bohrlöcher verdeckt bleiben, andernfalls füllst du sie mit Reparaturmörtel und einem passenden Fugenstift.
Über diesen Ratgeber
Dieser Artikel wurde von der Redaktion von Heimwert Steigern recherchiert und geschrieben. Grundlage sind die Montageanleitungen der Armaturen- und Keramikhersteller, die Vorgaben der Wasserversorger zu Arbeiten an der Trinkwasserinstallation, Dübelzulassungen und Tragfähigkeitsangaben der Befestigungshersteller sowie Marktpreise und Handwerkerstundensätze im Jahr 2026. Wir aktualisieren unsere Ratgeber, wenn sich Normen, Preise oder Förderbedingungen ändern.
Die Inhalte ersetzen keine individuelle Fach-, Rechts- oder Steuerberatung. Arbeiten an Strom, Gas, Statik und Abdichtung gehören in die Hände von Fachbetrieben.
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Zuletzt aktualisiert: 26. September 2026